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Was ist eine Infektion mit Hepatitis C und wie wird sie übertragen?

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die auf der ganzen Welt verbreitet ist. Schätzungen zufolge leben in Österreich 100 000 bis 150 0000 Betroffene, die unter einer chronischen Hepatitis C leiden, in Deutschland sind es in etwa eine halbe Million Erkrankte. Nach einer Ansteckung bleibt die akute Hepatitis C meist unbemerkt, da deren Symptome, welche zwei Wochen bis sechs Monate nach der Infektion auftreten, denen einer leichten Grippe ähneln. Viele Betroffene wissen deshalb oft über Jahre lang selbst nichts von ihrer Erkrankung.
Im Gegensatz zur Hepatitis B nimmt Hepatitis C häufig einen chronischen Verlauf, nämlich in 50 bis 80 Prozent aller Fälle, was gefährlich ist, da eine permanente Entzündung der Leber zu einer Leberzirrhose oder gar zu einem Leberkrebs führen kann. Auch bei einer chronisch gewordenen Hepatitis C sind die körperlichen Beschwerden sehr allgemeiner Natur, wie z. B. Müdigkeit und ein Gefühl allgemeiner Schwäche oder Leistungsabfall. Daher wird die Hepatitis C vielfach erst sehr spät erkannt. Nur regelmäßige Testungen schaffen hier Sicherheit. Je früher die Hepatitis C erkannt wird, desto besser kann sie behandelt und geheilt werden. Wird die Hepatitis C in den ersten drei bis vier Monaten nach der Infektion erkannt, kann ein chronischer Verlauf verhindert werden.

Die Viren von Hepatitis C befinden sich hauptsächlich im Blut. Demnach ist das Risiko dann besonders hoch, wenn infektiöses Blut  auf verletzte Haut, auf eine Schleimhaut (z. B. Regelblut beim Genital- oder Oralverkehr, Blut bei Verletzungen des Afters oder der Darmschleimhaut beim Analverkehr) oder direkt in die Blutbahn gerät (z. B. beim Needle-Sharing). Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, sind Drogensüchtige, welche gebrauchte Spritzen benutzen.  Aber auch Tattoo- und Piercingstudios, die ihre Instrumente nicht ordnungsgemäß desinfizieren, gefährden ihre Kunden.  In seltenen Fällen kann eine Schwangere während der Schwangerschaft oder der Geburt die Infektion auf das Kind übertragen. Über Bluttransfusionen und Blutprodukte kommt es heute kaum noch zu Infektionen, weil die Testverfahren so zuverlässig und sicher sind, dass in den meisten Fällen ein Spender, welcher Hepatitis-C-Träger ist, rechtzeitig von der Blutspende ausgeschlossen werden kann. Das Risiko einer Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist sehr gering und besteht hauptsächlich bei besonders risikoreichen Sexualpraktiken (wie etwa ungeschütztem Analverkehr).
Der beste Schutz vor einer Infektion mit Hepatitis C ist Safer-Sex, also Sex mit Kondom. Eine Impfung gibt es bis heute nicht. Junkies sollten ihr Spritzbesteck keinesfalls mit anderen teilen.  Je früher eine akute Infektion erkannt und behandelt wird, desto eher lässt sich ein chronischer Verlauf verhindern. Bei bereits chronischem Verlauf kann der behandelnde Arzt Interferon oder Ribavirin verordnen. Die Nebenwirkungen der Therapie können hierbei jedoch sehr heftig ausfallen: Fieber, Müdigkeit, Haarausfall, Fehlfunktionen der Schilddrüsen oder gar psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Aggressionen und Angstzustände, können die Folge sein. Zudem schlagen die Medikamente nicht bei jedem Betroffenen an, die Heilungsraten liegen aber bei konsequenter Behandlung je nach Genotyp des Virus, Viruslast, Dauer der Erkrankung und Schädigungsgrad der Leber bei 50-80%.

In den letzten Jahren stehen neue, sehr teure Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, mit denen sich die Hepatitis C meist erfolgreich behandeln lässt. Die Medikamente haben den Vorteil, dass es nur selten zu Nebenwirkungen kommt und dass die Therapiedauer nun deutlich kürzer ist. Die neuen Behandlungsmöglichkeiten sind hochwirksam (95% Behandlungserfolge), die Therapiedauer beträgt etwa 12 Monate, sie ist gut verträglich und eignet sich auch für Drogenkonsumenten und Substituierte.

Wird eine chronische Hepatitis C festgestellt, so sollte unbedingt mittels ultraschallbasierter Elastographie die Leber untersucht werden, um den Grad der Lebersteifigkeit (Fibrose) festzustellen. Diese Untersuchung ist schnell und schmerzfrei.

Hinweis für Substitutionspatienten: Manche Medikamente können den Abbau anderer Medikamente und Drogen beschleunigen oder verlangsamen. Dies kann dann zu Überdosierungen oder Entzugserscheinungen führen und betrifft auch Medikamente, welche zur Substitution eingesetzt werden. Bitte lassen Sie sich unbedingt von Ihrem behandelnden Arzt beraten, ob die Substitution neu angepasst werden muss. In Österreich haben Drogenkonsumenten keine Hürden beim Zugang zur Behandlung der Hepatitis C.

Wichtig: Auch nach der ausgeheilten Infektion kann man sich wieder mit Hepatitis C infizieren.

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