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Was ist eine Hepatitis B Infektion und wie wird sie übertragen?

Hepatitis B ist eine ansteckende Leberinfektion, die durch Viren übertragen wird und weit verbreitet ist (in Deutschland infizieren sich jährlich in etwa 50.000 Menschen damit, in Österreich 5.000). Die meisten Menschen haben sich beim ungeschützten Sex mit dieser Viruserkrankung angesteckt, da die Viren in fast allen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret, Lusttropfen, Urin, Speichel, Schweiß, Galle, Muttermilch) in hoher Konzentration enthalten sind. Ein bis sechs Monate nach der Infektion können Symptome auftreten, die denen einer Grippe ähneln (z. B. Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit; im Gegensatz zur Hepatitis A kommt es hier allerdings nur selten zu einer Gelbsucht). Bei 90 Prozent aller Betroffenen heilt die Infektion nach drei bis fünf Monaten von selbst aus, bei 10 Prozent der Erkrankten wird die Leberentzündung allerdings chronisch und die Leber wird im Laufe der Jahre zerstört (auf diese Weise kann sich z. B. eine Leberzirrhose oder ein Leberkrebs entwickeln). Viele Betroffene wissen von ihrer chronisch gewordenen Hepatitis B selbst nicht Bescheid, da sich zunächst meist keine Beschwerden einstellen.

Die Viren von Hepatitis B sind sehr umweltresistent und können außerhalb des Körpers viele Stunden lang aktiv und damit ansteckend bleiben. Die meisten Menschen infizieren sich beim ungeschützten Sex mit dem Virus. Besonders hoch ist hierbei das Risiko beim ungeschützten Vaginal- und Analverkehr, aber auch beim Oralverkehr kann es zu einer Übertragung kommen, wenn Lusttropfen und Sperma beim aktiven Oralverkehr in den Mund oder Speichel beim passiven Oralverkehr auf die Schleimhaut gelangen. In seltenen Fällen ist es auch beim Küssen zu Ansteckungen gekommen. Eine Schwangere kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen. Früher haben sich darüber hinaus sehr viele Menschen über Bluttransfusionen und Blutprodukte mit Hepatitis B infiziert. Da mittlerweile die Testverfahren, denen sich ein Spender vor der Blutabnahme unterziehen muss, sehr sensibel und zuverlässig sind, können heute die meisten Ansteckungen über Blutspenden verhindert werden. Im Gesundheitsbereich (Krankenhäuser, Arztpraxen, Labors) existieren strenge Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, damit es zu keiner Übertragung des Virus kommen kann. Ein Risiko besteht auch, wenn man sich in einem Tattoo- oder Piercingstudio tätowieren bzw. piercen lässt, und dabei nicht sauber und hygienisch gearbeitet wird. Hier kann es zu einer Infektion über mit Blut verunreinigte Instrumente kommen. Auch viele Junkies stecken sich über das Needle-Sharing, das ist das gemeinsame Verwenden von Drogenspritzen, mit dem Virus an.

Wer beim Sex Kondome verwendet, verringert zwar das Risiko einer Infektion, allerdings lässt sich selbst dann eine Übertragung der Viruserkrankung nie völlig ausschließen. Den besten Schutz gegen Hepatitis B liefert daher eine Impfung. Diese ist ab dem Säuglingsalter möglich. Üblich ist eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Diese besteht aus einer Teilimpfung (im Abstand von mehreren Wochen bzw. Monaten wird insgesamt drei Mal der Impfstoff injiziert), wobei der Impfschutz in der Regel zehn Jahre lang anhält. Beim Auffrischen des Impfschutzes muss nur mehr einmal alle 10 Jahre geimpft werden. Vor einer Reise sollte die erste Teilimpfung mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt gemacht werden, damit ein gewisser Impfschutz besteht. Die Kosten für die Impfung werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern müssen selbst bezahlt werden, es sei denn, man ist in einem gefährdeten Beruf tätig (z. B. Mediziner, Krankenpflegepersonal). Hier übernimmt meist der Arbeitgeber die Kosten der Impfung.

Ist eine Hepatitis B bereits chronisch geworden, so kann versucht werden, die Erkrankung mit Medikamenten (z. B. Interferonen) zu behandeln. Die Nebenwirkungen der Therapie können hierbei jedoch sehr heftig ausfallen: Fieber, Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder gar psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, können die Folge sein. Zudem schlagen die Medikamente nicht bei jedem Betroffenen an. Wird bereits im Frühstadium behandelt, kann der Verlauf einer chronisch gewordenen Hepatitis B aber oftmals zumindest abgemildert und das Risiko von Spätfolgen gesenkt werden.

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