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Muss ich als Patient meinem Arzt meine HIV-Infektion mitteilen?

„Grundsätzlich ist kein Patient dazu verpflichtet, seinen Arzt über eine HIV-Infektion bzw. AIDS-Erkrankung zu informieren, da bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards keine Gefahr einer Infektion vorliegt.
Allerdings ist es, im Sinne einer optimalen medizinischen Behandlung, sinnvoll Ihren Arzt über Ihre
Erkrankung in Kenntnis zu setzen. Sie laufen sonst Gefahr, dass Ihr Arzt auftretende Symptome falsch
beurteilt und eine nicht passende Behandlungsmethode wählt. Insbesondere bei der Verschreibung von Medikamenten könnten für Sie nicht vorhersehbare Wechselwirkungen auftreten.“

Zitiert nach einer schriftlichen Mitteilung der Tiroler Patientenvertretung

„Die Information über die HIV-Infektion gehört zu den besonders schützenswerten Personendaten. Eine Informationspflicht gibt es nicht, auch nicht gegenüber medizinischen Fachpersonen. In bestimmten Situationen kann eine Aufklärung jedoch sinnvoll sein.
Eine Pflicht, den HIV-Status den Ärzten bekannt zu geben, besteht nicht. Denn sofern diese die Hygienevorschriften einhalten, besteht kaum ein Übertragungsrisiko. Vor einer Operation wird vom Narkoseteam regelmäßig eine Abklärung des Gesundheitszustandes gemacht. Dabei wird nebst anderem auch nach allfälligen Medikamenten gefragt. Diese Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes dient dazu, das Narkoserisiko auf ein Minimum zu beschränken. In diesem Zusammenhang ist zu empfehlen, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben, da das Verschweigen oder eine verfälschte Darstellung des eigenen Gesundheitszustandes eine Selbstgefährdung darstellt.
Ein HIV Patient sollte in der Regel allen behandelnden Ärzten die Tatsache seiner Infektion mitteilen. Der Patient kann meist nicht einschätzen, ob seine Beschwerden mit der Infektion zu tun haben oder ob Wechselwirkungen mit seiner antiretroviralen Therapie bei Medikamentenverordnungen durch andere Ärzte zu erwarten sind. Leider gibt es auch heute noch versteckte oder offene Ablehnung und Diskriminierung auch im medizinischen Bereich.
Wenn ein Patient auf Grund solcher Erfahrungen einem behandelnden Arzt seine Infektion nicht angibt, stört er damit zwar das Vertrauensverhältnis, das zwischen Arzt und Patient bestehen sollte, rechtlich verpflichtet ist er jedoch nicht. Grundsätzlich muss ein Arzt bei jedem Patienten Maßnahmen treffen, die eine Übertragung von ansteckenden Krankheiten verhindern, da die Möglichkeit besteht, dass ein Patient von der Tatsache einer infektiösen Krankheit nichts weiß.“

Zitiert nach einer Schriftlichen Mitteilung der Patientenanwaltschaft Niederösterreich.

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