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Häufig gestellte Fragen - HIV/Aids

Als Eintrittspforte bezeichnet man Körperstellen, durch welche HI-Viren in die Blutbahn gelangen können. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Eintrittspforten:
1. Schleimhäute (z.B. Analschleimhaut, Scheidenschleimhaut, Schleimhaut an der Penisspitze, Mundschleimhaut)
2. Große, tiefe offene Wunden (z.B. Fleischwunden, Cuts, stark blutende Verletzungen)

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Nein. Es gibt Schleimhäute, die leichter durchdrungen werden können (Anal- und Vaginalschleimhaut, die Schleimhaut auf der Penisspitze) und solche, in welche eine infektiöse Körperflüssigkeit (z. B. Sperma, Regelblut, Vaginalsekret) weniger leicht eindringen kann (Mundschleimhaut). Selbst tiefe, schwere Verletzungen und Wunden sind schlechte Eintrittspforten, da offene Wunden auch bluten und das Austreten des Blutes ein Eindringen von Fremdkörpern (z.B. Krankheitserregern) erschwert.

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Als "offen" bezeichnen wir eine Wunde dann, wenn ein direkter Zugang zu einem Blutgefäß besteht. D.h. eine offene Wunde blutet auch akut. Sobald sich die Wunde durch Blutgerinnung so weit geschlossen hat, dass sie nicht mehr blutet, ist sie keine offene Wunde mehr und somit nicht mehr als Eintrittspforte für HIV geeignet.

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Nein. Es gibt praktisch keine Möglichkeit, dass durch so kleine Wunden genug infektiöse Flüssigkeit in die Blutbahn gelangt, dass es zu einer HIV-Infektion kommen könnte.

HIV kann somit im Alltag oder per Zufall gar nicht übertragen werden. D.h. eine Ansteckung wäre nur dann möglich, wenn fremdes infektiöses Blut in große, tiefe, schwere Verletzungen gelangt (z.B. Fleischwunden, stark blutende Wunden, tiefe Schnitte oder Cuts). Alle alltäglichen Wunden sind praktisch keine Eintrittspforten für das HI-Virus.

Wir wissen, dass in der medizinischen Theorie gerne behauptet wird, dass HIV über kleinste Verletzungen übertragen werden könne, doch ist in der Praxis (dies haben uns mehrere Virologen der Virologie in Wien bestätigt) kein einziger Fall dokumentiert, der sich je über solche Verletzungen mit HIV infiziert hätte. Und die Übertragungspraxis ist ja bekanntlich viel aussagekräftiger als jede konstruierte Theorie.

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Das heißt, dass es nur sehr wenige Wege gibt, wie es zu einer HIV-Infektion kommen kann. Das liegt unter anderem daran, dass eine ziemlich hohe Anzahl von Viren in die eigene Blutbahn gelangen muss, damit sich eine Infektion bilden kann. Eine gewisse Anzahl kann vom Immunsystem eliminiert werden, bevor es zu einer Infektion kommt. 

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Es gibt nur wenige Körperflüssigkeiten, in denen die Viruskonzentration für eine Übertragung hoch genug ist:
1. Blut, 2. Sperma, 3. Lusttropfen, 4. Scheidenflüssigkeit, 5. Darmsekret, 6. Wundflüssigkeit, 7. Muttermilch, 8. Liquor (Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit)

In Blut, Darmsekret und Sperma ist die Viruskonzentration am höchsten. In den anderen genannten Flüssigkeiten ist die Viruskonzentration prinzipiell für eine Übertragung hoch genug, jedoch schon so gering, dass nicht über jede Eintrittspforte eine Übertragung möglich ist. Andere Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Urin, Tränen, Nasenschleim enthalten zwar auch HI-Viren, aber in so geringer Menge, dass eine Ansteckung sicher ausgeschlossen werden kann.

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HI-Viren reagieren sehr empfindlich auf Umweltbedingungen und werden insbesondere durch den Kontakt zu Sauerstoff schnell inaktiviert (von "absterben" kann man streng genommen nicht sprechen, da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben und deshalb nicht als "lebend" bezeichnet werden können).

Wie lange Körperflüssigkeiten außerhalb des Körpers infektiös bleiben ist allerdings nicht genau geklärt. Manche Virologen sprechen von einer Minute, manche von einer Stunde oder mehreren Stunden. Es empfiehlt sich daher auf alle Fälle den Schleimhautkontakt zu Blut, Sperma etc. zu vermeiden.

Wenn der Luftkontakt eingeschränkt ist (z.B. in einer Spritze), können HI-Viren auch länger aktiv bleiben, unter Luftabschluss im günstigsten Fall sogar mehrere Tage.

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Irgendwelche Symptome, die sich nach einem Risikokontakt einstellen, sind zur Diagnose einer HIV-Infektion nicht hilfreich, da in der akuten Phase, also kurz nach der HIV-Infektion, manchmal gar keine auftreten, oder diese HIV-typischen Symptome so allgemeiner Natur sind, dass immer auch sehr viele andere Ursachen in Frage kommen, die viel wahrscheinlicher und plausibler sind als eine HIV-Infektion. Fieber, Hautausschlag, Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellungen, Durchfall usw. sagen daher über den HIV-Status nichts aus. Ein Rückschluss von diesen gesundheitlichen Beschwerden auf HIV wäre völlig vage und deshalb ein falscher Umkehrschluss. Wenn also tatsächlich das Risiko einer Übertragung gegeben war, dann ist der HIV-Test die einzig zuverlässige Methode, um festzustellen, ob eine Infektion statt gefunden hat oder nicht.

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Im Mai 2011 wurde eine Studie veröffentlicht, welche belegt, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV beim Sex ohne Kondom um mindestens 96 Prozent reduziert wird, wenn sich ein HIV-positiver Mensch einer stabil wirksamen und kontrollierten HIV-Therapie unterzieht. Die Therapie schützt dann in etwa genauso wirksam wie Kondome.


Das heißt:
1. Menschen mit HIV sind sexuell nicht mehr ansteckend, wenn ihre Viruslast seit mindestens sechs Monaten stabil unter 50 Viruskopien/ml liegt. Das gilt auch für Männer, die Sex mit Männern haben.

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Der Standard-HIV-Test ist ein Antikörpertest (ELISA/3. Generation) (bzw. ein kombinierter Antikörper-Antigen-Test, ELISA/4.Generation). D.h. der Test sucht nach Antikörpern, die das Immunsystem als Reaktion auf das Eindringen der Viren bildet. Es dauert im Durchschnitt sechs Wochen, bis genug Antikörper vorhanden sind, damit der Test sie nachweisen kann. Diese Zeit nennt man diagnostisches Fenster. Manchmal kann es auch bis zu zwölf Wochen dauern. Wirklich sicher ist der Antikörpertest (ELISA) also erst nach zwölf Wochen. Nach acht Wochen liegt die Testsicherheit eines Antikörpertests der 3. Generation bei etwa 90%, nach sechs Wochen bei etwa 80% und vier Wochen nach der Infektion erst bei rund 60%.

Beim kombinierten Antikörper-Antigen-Test (4. Generation) wird zusätzlich noch auf das p24-Antigen getestet, bei dem es sich um ein Protein von HIV-1 handelt. Das p24-Antigen bildet sich in der Regel bereits zwei Wochen nach einer Infektion und bleibt für vier Wochen im Blut nachweisbar. Die Nachweisbarkeit des Antigens überschneidet sich zeitlich meist mit der Nachweisbarkeit der Antikörper, weshalb der Kombinationstest normalerweise entweder auf das Antigen oder die Antikörper oder beides anspricht. In seltenen Fällen kann es aber vorkommen, dass das Antigen nicht mehr nachweisbar ist, sich aber noch keine Antikörper in nachweisbarer Menge gebildet haben, weshalb der Kombinationstest dann falsch-negativ ausfallen kann. Somit erreicht auch der ELISA-Test der 4. Generation seine maximale Testsicherheit erst zwölf Wochen nach einem Risiko.

Insgesamt kann der Duo-Test der 4. Generation jedoch ab sechs Wochen nach dem letzten Risiko bei mehr als 99 Prozent aller Menschen die HIV-Infektion (mit HIV-1) erkennen. Für die maximale Testsicherheit sollte er aber nach zwölf Wochen noch einmal wiederholt werden. 

Immer häufiger wird mittlerweile auch der sogenannte PCR-Test zur Diagnose einer HIV-Infektion verwendet. Dies ist kein Antikörpertest, sondern ein direkter Virusnachweis, wodurch das diagnostische Fenster wesentlich verkürzt wird. Der PCR-Test sollte nicht früher als zwei Wochen nach einer etwaigen Infektion vorgenommen werden, da u. U. erst nach zwei Wochen die Viruslast (Menge der Viren im Blut) hoch genug ist, um nachweisbar zu sein. Zu beachten ist, dass beim PCR-Test nicht gleichzeitig auf HIV-1 und HIV-2 getestet werden kann (wie beim Antikörpertest), sondern für jeden der beiden Virenstämme ein eigener Test gemacht werden muss.

Die PCR-Bestimmung ist ab zwei Wochen nach einem Risiko sehr sicher. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass ein PCR-Ergebnis um ca 1% unsicherer ist als ein Standard-Antikörpertest, weshalb die offizielle Richtlinie besagt, man solle im Idealfall 12 Wochen nach einem Sexualkontakt einen Antikörpertest zur absoluten Absicherung machen lassen.

Anmerkung: Diese FAQ bezieht sich auf den veralteten Test der 3. Generation. Zum Test der 4. Generation, der heute fast überall eingesetzt wird, gelten andere Testsicherheiten. Siehe hier: http://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/wie-sicher-ist-duo-test-p24-antigen...

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Nein. HIV gehört zu den schwer übertragbaren Viren. Das liegt unter anderem daran, dass eine recht hohe Anzahl von Viren in die Blutbahn gelangen muss, damit es zu einer Infektion kommen kann. Damit das möglich ist, muss die infektiöse Flüssigkeit eine hohe Viruskonzentration aufweisen (darum gibt es ja auch nur so wenige Körperflüssigkeiten, die infektiös sind). Wenn also eine solche Flüssigkeit verdünnt wird (z.B. Blut durch Speichel) sinkt die Viruskonzentration und es ist keine Infektion mehr möglich. Anders gesagt: Damit beim Küssen durch Blut ein Infektionsrisiko entstehen könnte, müsste das eine bermerkbare Menge an Blut sein (da ja durch Speichel verdünnt). Das würde man normalerweise schmecken. 

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Wenn man eine Frau oral befriedigt, kann man sich normalerweise nicht mit HIV infizieren. Die Viruskonzentration in der Scheidenflüssigkeit ist im Vergleich zu Sperma oder Blut eher gering. Gleichzeitig ist die Mundschleimhaut eine schlechte Eintrittspforte für HIV, sodass Scheidenflüssigkeit alleine nicht für eine Ansteckung mit HIV ausreicht.

Ein Risiko besteht aber dann, wenn (Menstruations-)Blut in der Scheidenflüssigkeit enthalten ist. Da die Viruskonzentration im Blut besonders hoch ist, kann auch die Beimischung von Blut unter Umständen schon ein gewisses Infektionsrisiko beim Oralverkehr bedeuten. Blut kann auch einige Tage vor und nach der Menstruation in der Scheidenflüssigkeit enthalten sein. Es gilt allerdings die Faustrregel, dass dann kein praktisches Risiko einer Infektion besteht, wenn die Blutmengen so klein sind, dass man sie nicht bemerkt bzw. schmeckt. Nicht schmeckbare Blutmengen würden nämlich durch den Speichel zu sehr verdünnt werden. 

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Nein. Wenn man oral befriedigt wird, kommt man nur mit dem Speichel der anderen Person in Kontakt und HIV kann über Speichel nicht übertragen werden. Und selbst wenn der aktive Partner in seiner Mundhöhle leicht bluten würde (etwa Zahnfleischbluten), würde sein Blut durch den Speichel viel zu sehr verdünnt werden, sodass eine Übertragung auf den passiven Partner nicht möglich wäre. 

Somit lässt sich sagen, dass kein Risiko bezüglich HIV besteht, wenn man nach dem passiven Oralverkehr keine sichtbaren Blutspuren auf seinem Penis bzw. (bei Frauen) im Genitalbereich erkennen kann (mikroskopisch kleine Blutmengen reichen nämlich für eine HIV-Infektion noch nicht aus).

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Öl- oder fetthaltige Gleitmittel (Babyöl, Massageöl, Vaseline) greifen das Latex an und machen das Kondom brüchig. D.h. durch das falsche Gleitmittel kann das Kondom bei der Verwendug (wenn das Latex also stark beansprucht wird) leichter platzen, reißen oder undicht werden. Deshalb sollte zusammen mit einem Kondom immer wasserlösliches Gleitmittel verwendet werden.

D.h. aber nicht, dass das Kondom bei Verwendung des falschen Gleitmittels automatisch für Krankheitserreger immer durchlässig wird. Es wird lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es bei Beanspruchung porös wird oder kaputt geht. Wenn das Kondom nach der Verwendung trotz des falschen Gleitmittels immer noch intakt ist, dann hat es seine Schutzfunktion trotzdem erfüllt: Glück gehabt!

Übrigens: Über Löcher im Kondom, die nicht deutlich erkennbar sind, kann nicht die für eine HIV-Infektion relevante Menge an infektiösen Körperflüssigkeiten (Sperma, Scheidensekret, Lusttropfen, Regelblut) in das Kondom eintreten bzw. aus dem Kondom austreten. Andere sexuell übertragbare Krankheiten können allerdings bereits aufgrund mikroskopisch kleiner Schädigungen im Latex des Kondoms übertragen werden (z.B. Tripper, Chlamydien, Syphilis, HPV-Feigwarzen, Herpes).

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Nein. Im Lusttropfen ist die Viruskonzentration im Vergleich zu Blut oder Sperma nur gering. Gleichzeitig ist die Mundschleimhaut eine eher schlechte Eintrittspforte für HIV, sodass der Lusttropfen allein für eine Ansteckung mit HIV beim Oralverkehr nicht ausreicht. Ein Risiko besteht nur, wenn der Samenerguss im Mund erfolgt.

Dasselbe gilt übrigens auch für Spermareste, die sich noch in der Harnröhre befinden können. Hier reichen die geringen Mengen nicht aus und werden somit durch den Speichel viel zusehr verdünnt, sodass in diesem Gemisch aus Lusttropfen, etwaigen Spermaresten sowie Speichel die Virenkonzentration viel zu dünn für eine Übertragung von HIV ist.

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Ja. Wenn der Samenerguss im Mund erfolgt, dann kann HIV übertragen werden. Gelangt kein Sperma in den Mund, besteht jedoch kein Infektionsrisiko.

Im Lusttropfen ist die Viruskonzentration im Vergleich zu Blut oder Sperma nur gering. Gleichzeitig ist die Mundschleimhaut eine eher schlechte Eintrittspforte für HIV, sodass der Lusttropfen allein für eine Ansteckung mit HIV beim Oralverkehr nicht ausreicht.

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Von einem Heimtest, d. h. einem HIV-Test, den man selbst zu Hause machen kann, raten wir grundsätzlich ab. Er ist in Österreich und Deutschland nicht offiziell zugelassen und das mit gutem Grund. Erstens weiß man nie, ob es sich dabei um einen sicheren und zuverlässigen Test handelt, und zweitens liefern Heimtests häufiger falsch-positive und falsch-negative Testergebnisse als HIV-Tests, die von Ärzten oder Labors eingesetzt werden. Für den Betroffenen ist das natürlich ein großer Schock: Er denkt, er sei HIV-positiv, obwohl er tatsächlich negativ ist. Im Gegensatz zu Heimtests wird nämlich bei HIV-Tests, die man bei Ärzten, in Labors oder in AIDS-Hilfen machen lässt, bei positivem Testergebnis stets ein zweiter Bestätigungstest durchgeführt, um falsch-positive Testergebnisse auszuschließen.

Zudem muss für den Heimtest die richtige Menge an Kapillarblut aus der Fingerkuppe entnommen werden. Dies ist schwierig und bedarf an viel Übung, die man in der Selbstabnahme nicht gewinnen kann. Es ist somit nicht möglich, dass medizinischen Laien die Kapillarblutabnahme zuhause zuverlässig gelingt. Falsch-negative Testergebnisse sind die Folge.

Im Internet werden viele Heimtests verkauft. Doch häufig handelt es sich dabei um Produkte, deren Qualität nicht unabhängig geprüft ist (auch wenn dies oft behauptet wird) und die kompliziert anzuwenden sind. In der Regel sind diese Tests nur für erfahrene medizinische Kräfte zugelassen. Wenden Laien diese Tests an, so können HIV-Infektionen durch Anwendungsfehler unentdeckt bleiben.

In anderen Ländern können Heimtests auch in Apotheken oder online gekauft werden. In Österreich sind diese Tests wegen möglicher Anwendungsfehler durch Laien nicht zugelassen. Wer sie dennoch erwirbt, macht sich aber natürlich nicht strafbar.

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Mit einer PEP (Post Expositions Prophylaxe) kann man unter Umständen kurz nach dem Eindringen von HIV in den Körper eine Ausbreitung und Infektion vermeiden. Dabei handelt es sich um eine Hoch aktive antiretrovirale Therapie (HAART). Allerdings wird die PEP in der Regel nur bei dringendem Verdacht durchgeführt (z.B. nach ungeschütztem Sex mit einem nachweislich HIV-positiven Menschen; Ausnahme: homosexuelle Kontakte, hier wird auch ohne Verdacht verschrieben), da die Nebenwirkungen sehr stark ausfallen und die Infektion trotz PEP nicht immer verhindert werden kann.

Nach einem ungeschützten Sexualkontakt mit einem HIV-positiven Menschen sollte man sofort einen Arzt, im Idealfall aber eine HIV-Spezialambulanz aufsuchen.  Wenn es möglich ist, sollte der HIV-positive Partner den Betroffenen begleiten, da der behandelnde Arzt auf diese Weise Informationen über die Höhe der Viruslast, die Vorbehandlung und etwaige Resistenzen erhalten kann. Der HIV-Positive muss seinen Namen dabei nicht nennen und bleibt anonym. Wer ein tatsächliches Risiko hatte, muss jedenfalls sehr schnell handeln. Der Beginn der PEP sollte möglichst innerhalb von zwei Stunden nach dem Risiko erfolgen. Innerhalb von 24 Stunden wird der Behandlungsbeginn von Medizinern noch als sinnvoll erachtet. Wenn die PEP erst nach 48 Stunden nach Risiko erfolgt, ist die Wirksamkeit der Therapie fraglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Notfalladressen zu kennen. In Salzburg bzw. Tirol sind das folgende Ambulanzen: Landeskrankenanstalten Salzburg 3. Medizin, Kontaktperson: Herr OA. Dr. Alexander Egle, Frau Dr. Ninon Taylor (Tel. 057255 58 2 75), Frau Dr. Scocic (Tel. 057255 57 2 91) , Müllner Hauptstraße 49, 5020 Salzburg; Infekt. Ambulanz Tel.: 057255 25 8 95 Universitätsklinik Innsbruck, Hautabteilung, Station V, Kontaktperson: Herr OA. Dr. Mario Sarcletti, Tel.: 0512/504-24847, Anichstraße 35, 6020 Innsbruck  
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Nein. Eine Ansteckung mit HIV ist beim Petting nicht möglich, weshalb diese Sexualpraktik als Safer-Sex gilt. Ein Risiko besteht nur dann, wenn man mit fremdem Sperma onaniert oder wenn ein Finger mit Sperma in die Scheide eingeführt wird (hier kann es neben einer HIV-Infektion auch zu einer Schwangerschaft kommen). Auch Spermamengen, Blut, Darmsekret oder Lusttropfen, die zufällig während intensiven Körperkontakts auf den Penis oder in die Scheide gelangen, stellen ein Risiko dar. 

Reste von Scheidensekret, die indirekt (z.B. von der Scheide auf die Hand auf den Penis) übertragen werden, reichen für eine Ansteckung mit HIV nicht aus. Im Scheidensekret ist die Viruskonzentration nämlich relativ dünn, weshalb ein Tropfen davon für eine Übertragung nicht ausreicht. Der Penis müsste vor Scheidensekret schon sichtbar feucht werden, damit ein Risiko bestünde. Das ist aber bei einer indirekten Übertragung von Scheidensekret nicht so leicht möglich.

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Beim Deep Throat ist für den aktiven Part ein geringes Risiko gegeben. Im Gegensatz zum gewöhnlichen Oralverkehr kann hier nämlich die Penisspitze die empfindliche Rachenschleimhaut berühren und der Lusttropfen des passiven Parts kann dabei direkt und unverdünnt auf die Schleimhaut geraten. Das Risiko, das vom Lusttropfen ausgeht, ist zwar nur sehr gering, aber man kann eine Übertragung von HIV beim Deep Throat nicht gänzlich ausschließen (Es gibt natürlich auch Männer, die so gut wie gar keinen Lusttropfen absondern, in diesen Fall wäre kein Risiko gegeben). Im Idealfall nimmt man deshalb beim Deep Throat ein Kondom.

Der passive Part hat beim Deep Throat übrigens kein Risiko.

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Nein. Alltägliche Verletzungen, wunde, rissige Haut, Kratzer etc. keine Eintrittspforten für HIV, da sämtliche alltägliche Verletzungen viel zu klein sind. HIV zählt zu den nur wenig infektiösen Virusarten, und infektöse Körperflüssigkeiten können deshalb nicht über derartige Wunden und Verletzungen in einer für eine Infektion nötigen Menge in den Blutkreislauf gelangen.

Selbst wenn man sich mit einem Messer schneidet, müssten sich auf der Klinge deutlich erkennbare fremde Blutspuren befinden, damit ein Risiko bestünde. Mikroskopisch kleine Blutmengen hingegen reichen für eine Infektion nicht aus.

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Nein! Dazu ist HIV im Gegensatz zu anderen Krankheiten schlicht zu wenig infektiös. Nicht zu bemerkende oder zu schmeckende Blutreste (oder andere infektiöse Körperflüssigkeiten) auf Lebensmitteln werden durch Nahrung bzw. Getränke und Speichel nämlich zu sehr verdünnt. Im Gemisch aus Nahrungsbrei bzw. Getränken, Speichel und Körperflüssigkeiten wird die Virenkonzentration von HIV viel zu dünn, weswegen es zu keiner Übertragung kommen kann. HIV kann nur übertragen werden, wenn die Virenkonzentration sehr hoch ist, was aber nicht der Fall ist, wenn nicht erkennbare Blutmengen durch Speichel verdünnt werden.

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Ansteckungen über Spritzen sind dann möglich sind, wenn die Injektion intravenös, d.h. direkt in eine Vene erfolgt (das ist z.B. bei Junkies der Fall, die sich beim gemeinsamen Benützen von Drogenspritzen mit HIV oder noch öfters mit Hepatitis C infizieren; hier gelangen Blutreste vom Vorgänger, die sich in der Kanüle sammeln, direkt in die Vene). Subkutan (d.h. wenn ein Nadelstich unter die Haut, nicht aber in eine Vene verabreicht wird)  ist eine Infektion mit HIV eher schwer möglich (wenn auch nicht ausgeschlossen), da die Verletzung sehr klein ist, nicht tief geht und somit nur wenig infektiöses Blut in die Blutbahn geraten kann.

Auch ist eine Nadelstichverletzung ziemlich schmerzhaft und kann deshalb im Alltag nicht unbemerkt bleiben. Des Weiteren ist kein einziger Fall dokumentiert, bei welchem eine Übertragung von HIV auf diese Weise stattgefunden hat, und solche Vorfälle wären nun doch ein wahrliches Fressen für unsere sensationsgierige Mediengesellschaft und könnten nicht vertuscht werden, sondern würden ganz im Gegenteil wochenlang für Furore sorgen.

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Weltweit sind nur wenige Fälle dokumentiert, die sich über das Auge mit HIV infiziert haben. Wenn ein Tropfen Blut ins Auge gerät, ist das Risiko also nur sehr gering, weil das Auge sich aufgrund der Tränenflüssigkeit innerhalb weniger Sekunden selbst reinigt und das Lid das Blut wegwischt.

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Nein! Die Einstichstellen, die Insekten verursachen, sind viel zu kleine Wunden, d.h. hier könnte nicht die für eine HIV-Infektion nötige Menge an fremdem Blut in die Blutbahn geraten. Insekten sind keine „Zwischenwirte“ von HIV (wie z.B. bei Malaria).

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Das hängt beim ungeschützten Genitalverkehr ganz davon ab, wie viel Scheidensekret während des Eindringens auf die Eichel gelangt ist. Im Scheidensekret ist die Virenkonzentration von HIV relativ dünn, weshalb ein Tropfen davon für eine Übertragung nicht ausreicht. Die Eichel müsste nach dem Herausziehen schon feucht vor Sekret sein, damit ein Risiko bestünde. Es hängt also nicht so sehr von der Dauer, als vielmehr von der Menge der infektiösen Flüssigkeit ab, ob ein Risiko bestand oder nicht. (Regel-)Blut ist viel infektiöser als HIV, wobei auch hier nur deutlich erkennbare Blutmengen auf der Eichel zu einer Infektion führen können. Mikroskopisch kleine Mengen reichen für eine Infektion noch nicht aus.

Beim ungeschützten Analverkehr hängt es davon ab, ob nach dem Herausziehen des Penis sichtbare Blutmengen oder Rückstände an Darmsekret (das ist eine weißlich bis gelbliche zähe Flüssigkeit, die sich auf der Darmschleimhaut befindet, und die auch HIV übertragen kann) zu erkennen sind. Nicht erkennbare Blutmengen oder nicht sichtbare Reste an Darmsekret sind wiederum nicht ausreichend.

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Nein. Solch geringe Mengen an Sperma, die sich in der Harnröhre des passiven Partners befinden, reichen für eine Ansteckung mit HIV nicht aus, da sie viel zusehr durch den Speichel verdünnt werden. Hier gilt dasselbe wie beim Lusttropfen.

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Ein sehr geringes Risiko ist hier schon gegeben, da auch der Lusttropfen des Mannes manchmal zu einer HIV-Infektion führen kann, wenn er auf die vaginale oder anale Schleimhaut gelangt. Allerdings ist das Risiko, das vom Lusttropfen ausgeht, viel geringer als das von Sperma, weil die Menge des Lusttropfens sehr klein ist und sich weniger HI-Viren im Lusttropfen befinden als in Sperma.

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 Nein, denn im Scheidensekret ist die Virenkonzentration von HIV nur dünn, weswegen Mengen an Scheidensekret, die indirekt von der Scheide auf die Hand auf die Penisschleimhaut gelangen für eine HIV-Infektion nicht ausreichen. Die Eichel müsste schon feucht vor Sekret werden, damit ein Risiko bestünde, was aber indirekt praktisch nicht gut möglich ist.

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1) Ungeschützter Sexualverkehr (Analverkehr, Vaginalverkehr, in sehr seltenen Fällen Oralverkehr)

2) Needle Sharing, d.h. der gemeinsame Gebrauch von benutztem Spritzbesteck zum intravenösen Drogenkonsum

3) Von der Mutter auf das Kind (bei der Geburt auf natürlichem Weg und beim Stillen)

Andere Übertragungswege, die früher eine große Rolle spielten, sind heute nicht mehr relevant: So liegt z.B. die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Infektion über eine Blutspende bei eins zu 5.000.000 bis 10.000.000, weil alle Blutspender heute sehr ausführlich auf HIV getestet werden.

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Beim Zahnarzt ist eine Ansteckung mit HIV nicht möglich. Erstens müssen Zahnärzte die Instrumente nach jedem Patienten desinfizieren und ihre Praxen unterliegen strengen Hygienerichtlinien. Zweitens kann HIV praktisch nur über deutlich sichtbare Blutmengen übertragen werden, da es bei Weitem nicht so infektiös wie andere Virusarten ist, und erkennbare Blutmengen auf den medizinischen Instrumenten würden dem medizinischen Personal nicht entgehen.
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Immer häufiger wird mittlerweile auch der sogenannte PCR-Test zur Diagnose einer HIV-Infektion verwendet. Dies ist kein Antikörpertest, sondern ein direkter Virusnachweis, wodurch das diagnostische Fenster wesentlich verkürzt wird. Der PCR-Test sollte nicht früher als zwei Wochen nach einer etwaigen Infektion vorgenommen werden, da u. U. erst nach zwei Wochen die Viruslast (Menge der Viren im Blut) hoch genug ist, um nachweisbar zu sein. Zu beachten ist, dass beim PCR-Test nicht gleichzeitig auf HIV-1 und HIV-2 getestet werden kann (wie beim Antikörpertest), sondern für jeden der beiden Virenstämme ein eigener Test gemacht werden muss.

Ab 14 Tagen nach einer Infektion kann eine PCR HIV zu 99% nachweisen. Die PCR-Bestimmung ist ab zwei Wochen nach einem Risiko somit sehr sicher. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass ein PCR-Ergebnis um etwa 1% unsicherer ist als ein Standard-Antikörpertest ist, weshalb die offizielle Richtlinie besagt, man solle im Idealfall 12 Wochen nach einem Sexualkontakt einen Antikörpertest zur absoluten Absicherung machen lassen (der Antikörpertest ist ab 12 Wochen sicherer als die PCR ab 14 Tagen nach dem Risiko).

Warum das PCR-Verfahren in Deutschland so unbeliebt ist, wissen weder wir noch unsere Ansprechpartner im Virologischen Institut in Wien. PCR-Tests sind übrigens standardisiert, hier gibt es keine Unterschiede zwischen österreichischen und deutschen Labors, denn in beiden Länder werden nur die aktuellsten und sensibelsten Testverfahren eingesetzt.

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Beim Fisten ist eine HIV-Infektion nicht möglich, weil über alltägliche Wunden, rissige, raue Haut etc. infektiöse Körperflüssigkeiten (z.B. Blut oder Darmsekret) nicht in einer für eine HIV-Übertragung nötigen Menge in die Blutbahn gelangen können.

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HIV ist nicht so infektiös wie andere sexuell übertragbare Krankheiten, weshalb es durch nicht erkennbare Blutmengen noch nicht weitergegeben werden kann. Solange der Fister daher keine sichtbar blutigen Verletzungen oder blutverschmierte Finger aufweist, besteht für den passiven Part kein Risiko einer Übertragung von HIV. Allerdings stellen - etwa bei Sexparties oder Gruppensex - auch fremdes Blut, fremdes Sperma oder fremdes Darmsekret ein Risiko dar, wenn diese beim Fisten indirekt über die Hände auf die Darmschleimhaut gelangen. 

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Nein, es sei denn eine Zahnbürste oder ein Rasierer sind sichtbar blutverschmiert. HIV kann nämlich nur über erkennbare Blutmengen, nicht aber über mikroskopisch kleine, übertragen werden, und blutverschmierte Körperpflegeutensilien würden dem Benutzer auffallen. 
Ein Risiko besteht allerdings bezüglich Hepatitis B und C, welche zig Mal infektiöser als HIV sind und daher auch über nicht erkennbare Blutmengen übertragbar sind.

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Das Reiben des Penis an der Scheide fällt noch unter Safer Sex. Im Scheidensekret ist die Virenkonzentration von HIV nur dünn, weswegen Mengen an Scheidensekret, die beim Reiben des Penis an der Scheide auf die Eichel gelangen, für eine HIV-Infektion nicht ausreichen.

Auch das Reiben von Scheide an Scheide (Tribadie) bei lesbischen Sexpraktiken ist aus demselben Grund kein Risiko. 

Auch für heterosexuelle Frauen besteht kein Risiko, weil praktisch keine relevante Menge an Lusttropfen in die Scheide gelangen kann.
Zwei Männer müssen darauf achtgeben, dass kein fremdes Sperma auf der Eichel oder Lusttropfen verrieben wird.

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Das hängt beim ungeschützten Analverkehr ganz davon ab, wie viel Darmsekret oder Blut während des Eindringens auf die Eichel gelangt ist. Beim ungeschützten Analverkehr hängt es also davon ab, ob nach dem Herausziehen des Penis sichtbare Blutmengen oder Rückstände an Darmsekret (das ist eine weißlich bis gelbliche zähe Flüssigkeit, die sich auf der Darmschleimhaut befindet, und die auch HIV übertragen kann) zu erkennen sind. Nicht erkennbare Blutmengen oder nicht sichtbare Reste an Darmsekret sind wiederum nicht ausreichend.

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Nein, es gibt keine Medikamente, mit denen man HIV heilen kann.
Allerdings muss man bei uns heute nicht mehr an HIV sterben, da es eine Therapie gibt, die den Ausbruch von AIDS verhindern kann. Diese Therapie heißt HAART. Dank der Therapie können Betroffene mittlerweile mit einer hohen Lebenserwartung rechnen.

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Unter Umständen ja, da es Medikamente gibt, welche die HIV-Infektion unter bestimmten Bedingungen rückgängig machen können. Diese Medikamente heißen Post Expositions Prophylaxe (PEP). Die PEP kann kurz nach dem Eindringen von HIV in den Körper eine Ausbreitung und Infektion vermeiden. Dabei handelt es sich um eine hoch aktive antiretrovirale Therapie (HAART). Allerdings wird die PEP in der Regel nur bei dringendem Verdacht durchgeführt (z.B. nach ungeschütztem Sex mit einem nachweislich HIV-positiven Menschen), da die Nebenwirkungen sehr stark ausfallen und die Infektion trotz PEP nicht immer verhindert werden kann.
Nach einem ungeschützten Sexualkontakt mit einem HIV-positiven Menschen sollte man sofort einen Arzt, im Idealfall aber eine HIV-Spezialambulanz aufsuchen. Wenn es möglich ist, sollte der HIV-positive Partner den Betroffenen begleiten, da der behandelnde Arzt auf diese Weise Informationen über die Höhe der Viruslast, die Vorbehandlung und etwaige Resistenzen erhalten kann. Der HIV-Positive muss seinen Namen dabei nicht nennen und bleibt anonym.
Wer ein tatsächliches Risiko hatte, muss jedenfalls sehr schnell handeln. Der Beginn der PEP sollte möglichst innerhalb von zwei Stunden nach dem Risiko erfolgen. Innerhalb von 24 Stunden wird der Behandlungsbeginn von Medizinern noch als sinnvoll erachtet. Wenn die PEP erst nach 48 Stunden nach Risiko erfolgt, ist die Wirksamkeit der Therapie fraglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Notfalladressen zu kennen. In Salzburg bzw. Tirol sind das folgende Ambulanzen:
Landeskrankenanstalten Salzburg 3. Medizin, Kontaktperson: Frau Dr. Ninon Taylor, Tel.: 0662/4482-3449, Müllner Hauptstraße 49, 5020 Salzburg
Universitätsklinik Innsbruck, Hautabteilung, Station V, Kontaktperson: Herr OA. Dr. Mario Sarcletti, Tel.: 0512/504-24847, Anichstraße 35, 6020 Innsbruck

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AIDS ist das Endstadium von HIV. Die Krankheit AIDS entwickelt sich also aus einer HIV-Infektion, d.h. man hat nicht sofort nach einer Ansteckung mit HIV auch AIDS.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, ist bei einer HIV-Infektion sehr unterschiedlich und kann zwischen einigen Monaten und mehr als 15 Jahren betragen. Die Latenzzeit hängt von individuellen Faktoren ab, zum Beispiel den Therapiemöglichkeiten, dem Lebensstil, der psychischen Verfassung und eventuellen Begleiterkrankungen.
Nach erfolgter HIV-Infektion werden drei Stadien unterschieden. In Abhängigkeit von der aufgetretenen AIDS-definierenden Krankheit werden zur Stadieneinteilung die Großbuchstaben A, B oder C verwendet. Nach der Zahl der im Blut vorhandenen T-Helferzellen wird dem jeweiligen Buchstaben ein Zahlenwert zugewiesen, sodass eine Klassifizierung von A1 bis C3 entsteht:
- mehr als 500 T-Helferzellen/µl Blut = 1
- 200 bis 499 T-Helferzellen/µl Blut = 2
- weniger als 200 T-Helferzellen/µl Blut = 3


Die Krankheit AIDS (früher auch "Vollbild AIDS" genannt) ist gekennzeichnet durch:
- starken Gewichtsverlust (Wasting-Syndrom)
- erhebliche Einschränkungen der Hirnfunktion (HIV-Enzephalopathie)
- Infektionen mit Parasiten, Viren, Bakterien, Pilzen oder Protozoen mit Erkrankungen wie Tuberkulose, Toxoplasmose, wiederholte Salmonellen-Septikämien, wiederholte bakterielle Lungenentzündungen, Pneumocystis-carinii-Pneumonie, Pilzbefall von Speiseröhre, Luftröhre, Bronchien oder der Lunge, Herpes-Infektionen/Geschwüre in Lunge, Speiseröhre oder Magen
- CMV (Zytomegalievirus)-Infektion verschiedener Organe, besonders der Netzhaut
- von Vögeln übertragene Pilzinfektion außerhalb der Lunge (extrapulmonale Kryptokokkose)
- chronische Darminfektion mit einer Einzeller-Gattung (Kryptosporidiose)
- Infektion mit so genannten atypischen Mykobakterien (verwandt mit Tuberkulosebakterien)
- Progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML), eine virusbedingte Entmarkungskrankheit des Gehirns
- durch HIV hervorgerufene bösartige Erkrankungen wie das Kaposi-Sarkom, bösartige Lymphome, Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom)

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Die Lebenserwartung der mit HIV Infizierten ist seit der Einführung der antiretroviralen Kombinationstherapie (HAART) deutlich angestiegen. Wer sich z.B. heute mit 20 Jahren mit HIV ansteckt, kann durchschnittlich noch mit zusätzlichen 49,4 Lebensjahren rechnen. Auch Übertragungen des Virus von Mütter auf ihre Kinder geschehen aufgrund der Therapie, der Kaiserschnittentbindung und dem Stillverzicht nur noch in einem Prozent aller Fälle. Die HAART indessen erzielt so gute Erfolge, dass bei 80 bis 90 Prozent aller Patienten die Ausbreitung des Immunschwächevirus im Körper erfolgreich unterdrückt werden kann. Aufgrund der guten Erfolge in der Behandlung wird auch das Risiko der Weitergabe von HIV minimiert.

In zunehmendem Alter erkranken die Betroffenen allerdings häufiger an anderen Krankheiten (z.B. an Osteoporose und/oder an Depressionen) und neigen zu Blutfetterhöhungen; diese Komorbiditäten sind auch auf die Nebenwirkungen der Medikamente zurückzuführen.

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Nein, auf diesem indirekten Weg ist das nicht möglich, weil Blutreste eines HIV-positiven Menschen im Mund des Tieres durch dessen Speichel zu sehr verdünnt werden.

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Auch wenn dies der Britische Gesundheitsschutz behauptet: Nein! Über’s Wasser kann HIV nicht übertragen werden. Etwaiges Blut wird im Wasser viel zu sehr verdünnt, sodass die Virenkonzentration im Gemisch aus Wasser und Blut viel zu dünn für eine Infektion mit HIV wird. Dasselbe gilt auch für Hepatitis.

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HIV-Schnelltests sind Antikörpertests, auf deren Testergebnis man nur noch 20 Minuten warten muss. Ein Schnelltest bedeutet aber nicht, dass sich eine mögliche Infektion früher nachweisen lässt.
Wie bei allen anderen Antikörpertests auch kann erst 12 Wochen nach einem Risikokontakt die Infektion sicher erkannt bzw. ausgeschlossen werden.
Wenn der Schnelltest ab 12 Wochen nach dem Risiko negativ ausfällt, ist er genauso sicher wie herkömmliche Antikörpertests. Sehr selten kann es allerdings vorkommen, dass ein Schnelltest kein eindeutiges Ergebnis zeigt, dann muss auf den üblichen DUO-Test ausgewichen werden.

Die Aidshilfe Salzburg bietet den HIV-Schnelltest zum Selbstkostenpreis von EUR 30,- an. Getestet wird jeden Montag und Donnerstag von 17 bis 18.30 Uhr.
WICHTIG: Für einen HIV-Schnelltest bitte bis spätestens 18:30 Uhr anmelden!

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Der p24-Antigentest ist ab zwei Wochen nach dem Risiko möglich und liefert dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein richtiges Testergebnis. Er kann allerdings nur HIV-1 nachweisen.
Es gibt allerdings ein zweites diagnostisches Fenster, d.h. das p24-Antigen ist nicht mehr nachweisbar während die Antikörper noch nicht nachweisbar sind. Dieses Fenster ist nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern wurde mittlerweile wisenschaftlich belegt (Eller et al: Reduction of HIV-Window-Period by 4th Geeration HIVCombination Tests. Poster O-142, CROI 2013, Atlanta).
Hier ein Beispiel:
„Ein Mensch lässt sich vier Wochen nach einem sexuellen Risiko testen. Der p24-Antigen-Test fällt negativ aus, da das p24-Antigen bereits nicht mehr nachweisbar ist. Der Antikörpertest ist jedoch noch nicht positiv. „Diese Situation wird als „Zweites diagnostisches Fenster“ beschrieben.

Insgesamt kann der Duo-Test auf HIV-1 ab sechs Wochen nach dem letzten Risiko bei mehr als 99 Prozent aller Menschen die HIV-Infektion (mit HIV-1) erkennen (nach zwölf Wochen ist er noch um ein paar Promille sicherer). 100 Prozent Testsicherheit gibt es freilich in der Medizin nie. Hier noch ein Link zu falsch-negativen Ergebnissen: http://dresden.aidshilfe.de/wp-content/uploads/testsicherheit1.pdf

Der HIV Schnelltest ist hingegen weiterhin erst nach zwölf Wochen sicher. Nach sechs Wochen ist er nicht zu empfehlen.

 

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Nein, dafür gibt es keine rechtliche Grundlage:
„Es besteht keine rechtliche Grundlage bezüglich der Reihung von Patienten. Niemand darf wegen einer Krankheit oder des Verdachts auf das Vorliegen einer Krankheit benachteiligt (diskriminiert) werden. Dies gilt für alle Krankheiten. So dürfen auch im Umgang mit HIV-Patienten keine Sondermaßnahmen gesetzt werden, die nicht medizinisch bzw. gesundheitspolitisch erforderlich sind.“
Zitiert nach einer schriftlichen Auskunft der Patientenanwaltschaft Niederösterreich

"Es existiert keine rechtliche Grundlage dafür, HIV-positive Patienten bei Behandlungen als Letzte einzuteilen. Sofern die routinemäßigen Schutzmaßnahmen eingehalten werden, besteht, selbst bei Operationen, weder ein Infektionsrisiko für die behandelnden Ärzte noch für andere Patienten. Zudem muss von Seiten der Ärzte davon ausgegangen werden, dass Patienten behandelt werden deren HIV Status nicht bekannt ist. Schließlich könnte ja auch der Patient selbst über seine Erkrankung (noch) nicht Bescheid wissen."
Zitiert nach einer schriftlichen Auskunft der Patientenvertretung Tirol

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„Eine Kennzeichnung mittels einem roten Punkt oder anderer Symbole widerspricht dem Diskriminierungsverbot ebenso wie dem Recht jedes Patienten auf Datenschutz. Da […] für Behandlung und Pflege keine besonderen Schutzmaßnahmen erforderlich sind, ist sie sachlich definitiv nicht gerechtfertigt. Es kann ausgeschlossen werden, dass es diesbezüglich eine gesetzliche Bestimmung gibt.“
Zitiert nach einer schriftlichen Mitteilung der Tiroler Patientenvertretung.

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„Grundsätzlich ist kein Patient dazu verpflichtet, seinen Arzt über eine HIV-Infektion bzw. AIDS-Erkrankung zu informieren, da bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards keine Gefahr einer Infektion vorliegt.
Allerdings ist es, im Sinne einer optimalen medizinischen Behandlung, sinnvoll Ihren Arzt über Ihre
Erkrankung in Kenntnis zu setzen. Sie laufen sonst Gefahr, dass Ihr Arzt auftretende Symptome falsch
beurteilt und eine nicht passende Behandlungsmethode wählt. Insbesondere bei der Verschreibung von Medikamenten könnten für Sie nicht vorhersehbare Wechselwirkungen auftreten.“

Zitiert nach einer schriftlichen Mitteilung der Tiroler Patientenvertretung

„Die Information über die HIV-Infektion gehört zu den besonders schützenswerten Personendaten. Eine Informationspflicht gibt es nicht, auch nicht gegenüber medizinischen Fachpersonen. In bestimmten Situationen kann eine Aufklärung jedoch sinnvoll sein.
Eine Pflicht, den HIV-Status den Ärzten bekannt zu geben, besteht nicht. Denn sofern diese die Hygienevorschriften einhalten, besteht kaum ein Übertragungsrisiko. Vor einer Operation wird vom Narkoseteam regelmäßig eine Abklärung des Gesundheitszustandes gemacht. Dabei wird nebst anderem auch nach allfälligen Medikamenten gefragt. Diese Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes dient dazu, das Narkoserisiko auf ein Minimum zu beschränken. In diesem Zusammenhang ist zu empfehlen, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben, da das Verschweigen oder eine verfälschte Darstellung des eigenen Gesundheitszustandes eine Selbstgefährdung darstellt.
Ein HIV Patient sollte in der Regel allen behandelnden Ärzten die Tatsache seiner Infektion mitteilen. Der Patient kann meist nicht einschätzen, ob seine Beschwerden mit der Infektion zu tun haben oder ob Wechselwirkungen mit seiner antiretroviralen Therapie bei Medikamentenverordnungen durch andere Ärzte zu erwarten sind. Leider gibt es auch heute noch versteckte oder offene Ablehnung und Diskriminierung auch im medizinischen Bereich.
Wenn ein Patient auf Grund solcher Erfahrungen einem behandelnden Arzt seine Infektion nicht angibt, stört er damit zwar das Vertrauensverhältnis, das zwischen Arzt und Patient bestehen sollte, rechtlich verpflichtet ist er jedoch nicht. Grundsätzlich muss ein Arzt bei jedem Patienten Maßnahmen treffen, die eine Übertragung von ansteckenden Krankheiten verhindern, da die Möglichkeit besteht, dass ein Patient von der Tatsache einer infektiösen Krankheit nichts weiß.“

Zitiert nach einer Schriftlichen Mitteilung der Patientenanwaltschaft Niederösterreich.

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Ja, diese Medikamente heißen „Prä-Expositionsprophylaxe“ (PrEP, zu Deutsch etwa „Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt“). HIV-negative Menschen können diese HIV-Medikamente einnehmen, um sich vor einer Infektion mit HIV zu schützen. 
Es konnte nachgewiesen werden, dass die PrEP mit dem HIV Medikament Truvada® (Wirkstoffe: Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil) vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben und hohe Risiken eingehen, zuverlässig wirkt. Bei guter Therapietreue ist die PrEP genauso sicher wie Kondome. Sie schützt vor HIV aber nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.
Die PrEP wird in Österreich nicht von der Krankenkasse finanziert. Sie kann jedoch auf Privatrezept um etwa 800€ pro Monat erworben werden. Die PrEP gilt als gut verträglich. Eine seltene, aber schwerwiegende Langzeitnebenwirkung kann allerdings eine Schädigung der Nieren sein.
Vor dem Beginn der PrEP müssen unbedingt ärztliche Untersuchungen gemacht werden (z.B. muss genau geprüft werden, ob die Nieren gut funktionieren). Auch eine bereits bestehende HIV-Infektion muss durch HIV-Tests ausgeschlossen werden. Die Wirkstoffe der PrEP Tabletten reichen nämlich bei einer bestehenden HIV-Infektion nicht aus und HIV könnte auf diese Weise Resistenzen gegen dieses wichtige Medikament bilden. Daher müssen auch nach dem Start der PrEP alle drei Monate HIV-Tests gemacht werden. Kommt es trotz Einnahme der PrEP zu einer Infektion (etwa weil man die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen hat), muss das PrEP-Medikament dann abgesetzt werden. Zudem muss alle drei bis zwölf Monate ein Nierencheck gemacht werden.

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Nein, das bedeutet nur, dass ein Testergebnis vorläufig uneindeutig/grenzwertig oder positiv ausgefallen ist, was verschiedene Ursachen hat. Wenn ein Testergebnis (PCR-Test oder DUO-Test) nicht eindeutig HIV-negativ ausfällt, wird die Blutprobe an die Virologie gesandt. Diese sendete uns nach einer Woche das definitive (HIV-negative oder HIV-positive) Testergebnis zu.

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