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Häufig gestellte Fragen - Hepatitis

Hepatitis ist die Bezeichnung für eine Leberentzündung (Hepa = Leber). Eine solche Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Sie kann sowohl durch eine Überbeanspruchung (übermäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum) als auch durch Krankheitserreger (Hepatitis-Viren) verursacht werden.
Eine Virushepatitis beginnt zunächst mit einem Vorstadium, in dem die Krankheitsanzeichen uncharakteristisch wie bei einem grippalen Infekt sind: Fieber, Kopfschmerzen, Gelenks- und Gliederschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl. Später kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Widerwillen gegen bestimmte (vor allem fette) Speisen und Alkohol kommen. Bei einigen Virushepatitiden ist auch das Auftreten einer Gelbsucht typisch (Gelbfärbung von Augen und Haut). Die Ursache dafür liegt im Zerfall von Leberzellen, die Gallenfarbstoffe freisetzen. Dadurch wird auch der Harn dunkelbraun gefärbt. Da weniger Galle von der Leber in den Darm fließt, wird der Stuhl hingegen hell (oft lehmfarben).
Je nach Art der Hepatitis heilt sie wieder vollständig aus oder kann auch chronisch verlaufen. Eine chronische Hepatitis birgt, wenn sie über Jahrzehnte hinweg bestehen bleibt, die Gefahr der Entwicklung einer Leberzirrhose oder eines Leberkrebses.

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Die verschiedenen Hepatitis-Viren werden mit den Buchstaben A bis E und G bezeichnet. Am häufigsten treten Hepatitis A, B und C auf.

Hepatitis A ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie wird fäkal-oral übertragen. D.h. das Hepatitis A-Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden (fäkal) und gelangt durch den Mund (oral) in den Körper. Infektionsträger sind also vor allem durch Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Häufig sind z.B. Schalentiere, die aus durch Abwässer verunreinigten Küstengebieten stammen, für eine Infektion verantwortlich. Hepatitis A kommt hauptsächlich in Ländern mit niedrigem Hygienestandard vor und wird bei uns deshalb oft als Reisehepatitis bezeichnet.
Gegen Hepatitis A gibt es eine wirksame Schutzimpfung.

Hepatitis B wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten wie Scheidenflüssigkeit, Sperma oder Speichel übertragen. Ein häufiger Übertragungsweg ist ungeschützter Geschlechtsverkehr, aber auch beim Küssen ist eine Übertragung möglich. Das Virus wird auch von infizierten Müttern bei der Geburt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das Neugeborene übertragen. In den meisten Fällen (80 bis 90%) heilt die Hepatitis B wieder aus. Sie kann aber auch chronisch verlaufen.
Gegen Hepatitis B gibt es eine wirksame Schutzimpfung.

Hepatitis C wird durch Blutkontakt übertragen. Die wichtigste Rolle in der Infektionsübertragung spielt der Nadeltausch bei intravenösem Drogenkonsum. Ein Risiko besteht aber auch, wenn beim Tätowieren, Piercen oder Ohrringstechen unsterile Geräte verwendet werden. Die sexuelle Übertragung spielt nur eine untergeordnete Rolle (bei Praktiken bei denen es zu Blutkontakt kommen kann). Die Hepatitis C verläuft in den überwiegenden Fällen (ca. 80%) chronisch. Die Heilungsmöglichkeiten sind beim heutigen Stand der Medizin nur bedingt erfolgreich.
Gegen Hepatitis C gibt es keine Schutzimpfung.

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Öl- oder fetthaltige Gleitmittel (Babyöl, Massageöl, Vaseline) greifen das Latex an und machen das Kondom brüchig. D.h. durch das falsche Gleitmittel kann das Kondom bei der Verwendug (wenn das Latex also stark beansprucht wird) leichter reißen oder undicht werden. Deshalb sollte zusammen mit einem Kondom immer wasserlösliches Gleitmittel verwendet werden.

D.h. aber nicht, dass das Kondom bei Verwendung des falschen Gleitmittels automatisch für Krankheitserreger immer durchlässig wird. Es wird lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass es bei Beanspruchung porös wird oder kaputt geht. Wenn das Kondom nach der Verwendung trotz des falschen Gleitmittels immer noch intakt und völlig dicht ist, dann hat es seine Schutzfunktion trotzdem erfüllt: Glück gehabt! Allerdings kann man die Dichte des Kondoms nur prüfen, indem man dieses nach der Verwendung mit Wasser befüllt und dabei sieht, ob Flüssigkeit austritt oder nicht. Die Verletzungen der Latexstruktur können nämlich so minimal sein, dass sie mit freiem Auge nicht erkennbar sind.

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Es kann 8-16 Wochen dauern, bis Hepatitis B (HBV) mittels HBsAG-Bestimmung (der Nachweis des Antigens) nachweisbar ist. D. h. 4 Monate nach einem befürchteten Risiko bietet dieser Test maximale Sicherheit.
Mittels eines PCR-Tests (dabei handelt es sich um den direkten Virusnachweis) kann man das diagnostische Fenster um einige Wochen verkürzen, doch wird dieser Test nur selten durchgeführt, weil dieses Verfahren sehr teuer ist.

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Das diagnostische Fenster, d. h. Der Zeitraum von der Infektion mit Hepatitis C (HCV) bis zum sicheren Nachweis, kann beim HCV-Antikörpertest 7-31 Wochen, also ca 2-7 Monate betragen.
Mittels eines PCR-Tests (dabei handelt es sich um den direkten Virusnachweis) kann man das diagnostische Fenster um einige Wochen verkürzen, doch wird dieser Test nur selten durchgeführt, weil dieses Verfahren sehr teuer ist.

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HEPATITIS A wird verursacht durch HA-Viren; das Virus verursacht eine akute Entzündung der Leber


MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: Magen-/Darm-Beschwerden, Übelkeit, kein Appetit, ungewöhnlich heller Stuhlgang oder dunkler Urin, seltener Gelbsucht


ANSTECKUNGSWEGE: Durch Spuren von infizierten Fäkalien, die in den Mund gelangen (etwa über Lebensmittel, Wasser, Wassereis, Eiswürfel, Meeresfrüchte und Schalentiere oder durch oral-anale Kontakte beim Sex)


MÖGLICHE FOLGEN: keine


BEHANDLUNG: heilt nach Wochen bis Monaten von selbst aus


SCHUTZ: Impfung (üblich ist eine kombinierte Hepatitis A/B-Impfung); wer nicht geimpft ist, sollte in Ländern ohne zuverlässige Trinkwasserreinigung nur Gekochtes oder Geschältes essen, nur aus originalverschlossenen Flaschen trinken und z.B. die Zähne mit Mineralwasser putzen.


Die Hepatitis A unterliegt der Meldepflicht.

 

Hepatitis A ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Sie wird hauptsächlich fäkal-oral übertragen. D.h. das Hepatitis A-Virus wird mit dem Stuhl ausgeschieden (fäkal) und gelangt durch den Mund (oral) in den Körper. Infektionsträger ist also vor allem durch Fäkalien verunreinigtes Trinkwasser und Nahrungsmittel. Häufig sind z.B. Schalentiere, die aus durch Abwässer verunreinigten Küstengebieten stammen, für eine Infektion verantwortlich. Hepatitis A kommt hauptsächlich in Ländern mit niedrigem Hygienestandard vor und wird bei uns deshalb umgangssprachlich oft als "Reisehepatitis" bezeichnet. Beim Sex hingegen findet eine Übertragung nur selten statt. Da jedoch eine Infektion bei manchen Sexualpraktiken (z. B. Lecken des Afters und damit verbundene etwaige orale Aufnahme von Fäkalresten) möglich wäre, soll sie an dieser Stelle der Vollständigkeit wegen nicht unerwähnt bleiben. Eine Ansteckung über Blut, Speichel, Urin oder Sperma findet nur in sehr seltenen Fällen statt.

Wie bei allen Hepatitis-Infektion handelt es sich auch bei der Hepatitis A um eine Leberentzündung, die durch Viren übertragen wird und überall auf der Welt verbreitet ist. Etwa eine Woche bis vier Wochen nach der Ansteckung treten Symptome wie Fieber, Übelkeit mit Erbrechen, Appetitlosigkeit und Müdigkeit auf. Etwa die Hälfte der Betroffenen entwickelt zudem eine Gelbsucht (hier färbt sich die Haut, vor allem aber die Bindehaut der Augen gelb, auch der Stuhl ist gelb während der Urin schwarz wird). Die Intensität der Symptome kann dabei unterschiedlich intensiv ausfallen und ist stark vom Alter des Betroffenen abhängig: Bei Kindern z. B. verläuft die Infektion zumeist vollkommen unbemerkt, bei älteren Menschen kann das Ausheilen unter Umständen Wochen wenn nicht gar Monate andauern. In der Regel heilt Hepatitis A vollständig von selbst aus.

Der beste Schutz gegen Hepatitis A ist die Impfung, die wirksam und gut verträglich ist. Üblich ist eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Diese besteht aus einer Teilimpfung (im Abstand von mehreren Wochen bzw. Monaten wird insgesamt drei Mal der Impfstoff injiziert), wobei der Impfschutz in der Regel 10 Jahre lang anhält. Beim Auffrischen des Impfschutzes muss nur mehr einmal alle 10 Jahre geimpft werden. Vor einer Reise sollte die erste Teilimpfung mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt gemacht werden, damit ein gewisser Impfschutz besteht. Die Kosten für die Impfung werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern müssen selbst bezahlt werden, es sei denn, man ist in einem gefährdeten Beruf tätig (z. B. Mediziner, Krankenpflegepersonal). Hier übernimmt meist der Arbeitgeber die Kosten der Impfung.

Falls Sie Fragen zu HIV und sexuell übertragbaren Infektionen haben, können Sie uns gerne telefonisch, im Leo-Lust-Forum oder per Mail kontaktieren.
Telefonnummer: +43 (0)662 881488
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• Telefonische Beratung und allgemeine Auskünfte: Mo bis Fr von 9 bis 13 Uhr; Mo und Do von 17 bis 19 Uhr
• Persönliche Beratung: Mo und Do von 17 bis 19 Uhr
• Testung auf HIV, Syphilis, Hepatitis und Hepatitis-Impfung: Mo, Do von 17 bis 19 Uhr
• Psychosoziale Beratung und Betreuung für Betroffene: Mo bis Fr von 9 bis 13 Uhr

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HEPATITIS B ist eine Entzündung der Leber, die meist akut verläuft. Sie wird verursacht durch HB-Viren


MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: Keine oder selten heller Stuhlgang, dunkler Urin, Gelbsucht, Müdigkeit


ANSTECKUNGSWEGE: Sex ohne Kondom, Oralverkehr; seltener Petting, Küssen; von der Mutter auf das Kind. Hepatitis B kann durch alle Körperflüssigkeiten übertragen werden.


MÖGLICHE FOLGEN: Kann selten chronisch verlaufen; Jahre später Leberzirrhose, selten auch Leberkrebs; Beides kann zu lebensbedrohlichem Leberversagen führen


BEHANDLUNG: Meist heilt die Infektion von selbst aus. Wenn Hepatitis B chronisch wird, kann man versuchen, diese mit Medikamenten zu behandeln. Eine Heilung ist aber nicht immer möglich.


SCHUTZ: Impfung (üblich ist eine kombinierte Hepatitis A/B-Impfung); Kondome mindern das Risiko, wenn man nicht geimpft ist.

 

Hepatitis B ist eine ansteckende Leberinfektion, die durch Viren übertragen wird und weit verbreitet ist (in Deutschland infizieren sich jährlich in etwa 50.000 Menschen damit, in Österreich 5.000). Die meisten Menschen haben sich beim ungeschützten Sex mit dieser Viruserkrankung angesteckt, da die Viren in fast allen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret, Lusttropfen, Urin, Speichel, Schweiß, Galle, Muttermilch) in hoher Konzentration enthalten sind. Ein bis sechs Monate nach der Infektion können Symptome auftreten, die denen einer Grippe ähneln (z. B. Fieber, Gliederschmerzen, Müdigkeit; im Gegensatz zur Hepatitis A kommt es hier allerdings nur selten zu einer Gelbsucht). Bei 90 Prozent aller Betroffenen heilt die Infektion nach drei bis fünf Monaten von selbst aus, bei 10 Prozent der Erkrankten wird die Leberentzündung allerdings chronisch und die Leber wird im Laufe der Jahre zerstört (auf diese Weise kann sich z. B. eine Leberzirrhose oder ein Leberkrebs entwickeln). Viele Betroffene wissen von ihrer chronisch gewordenen Hepatitis B selbst nicht Bescheid, da sich zunächst meist keine Beschwerden einstellen.

Die Viren von Hepatitis B sind sehr umweltresistent und können außerhalb des Körpers viele Stunden lang aktiv und damit ansteckend bleiben. Die meisten Menschen infizieren sich beim ungeschützten Sex mit dem Virus. Besonders hoch ist hierbei das Risiko beim ungeschützten Vaginal- und Analverkehr, aber auch beim Oralverkehr kann es zu einer Übertragung kommen, wenn Lusttropfen und Sperma beim aktiven Oralverkehr in den Mund oder Speichel beim passiven Oralverkehr auf die Schleimhaut gelangen. In seltenen Fällen ist es auch beim Küssen zu Ansteckungen gekommen. Eine Schwangere kann das Virus auf das ungeborene Kind übertragen. Früher haben sich darüber hinaus sehr viele Menschen über Bluttransfusionen und Blutprodukte mit Hepatitis B infiziert. Da mittlerweile die Testverfahren, denen sich ein Spender vor der Blutabnahme unterziehen muss, sehr sensibel und zuverlässig sind, können heute die meisten Ansteckungen über Blutspenden verhindert werden. Im Gesundheitsbereich (Krankenhäuser, Arztpraxen, Labors) existieren strenge Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen, damit es zu keiner Übertragung des Virus kommen kann. Ein Risiko besteht auch, wenn man sich in einem Tattoo- oder Piercingstudio tätowieren bzw. piercen lässt, und dabei nicht sauber und hygienisch gearbeitet wird. Hier kann es zu einer Infektion über mit Blut verunreinigte Instrumente kommen. Auch viele Junkies stecken sich über das Needle-Sharing, das ist das gemeinsame Verwenden von Drogenspritzen, mit dem Virus an.

Wer beim Sex Kondome verwendet, verringert zwar das Risiko einer Infektion, allerdings lässt sich selbst dann eine Übertragung der Viruserkrankung nie völlig ausschließen. Den besten Schutz gegen Hepatitis B liefert daher eine Impfung. Diese ist ab dem Säuglingsalter möglich. Üblich ist eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B. Diese besteht aus einer Teilimpfung (im Abstand von mehreren Wochen bzw. Monaten wird insgesamt drei Mal der Impfstoff injiziert), wobei der Impfschutz in der Regel zehn Jahre lang anhält. Beim Auffrischen des Impfschutzes muss nur mehr einmal alle 10 Jahre geimpft werden. Vor einer Reise sollte die erste Teilimpfung mindestens zwei Wochen vor Reiseantritt gemacht werden, damit ein gewisser Impfschutz besteht. Die Kosten für die Impfung werden nicht von der Krankenkasse übernommen, sondern müssen selbst bezahlt werden, es sei denn, man ist in einem gefährdeten Beruf tätig (z. B. Mediziner, Krankenpflegepersonal). Hier übernimmt meist der Arbeitgeber die Kosten der Impfung.

Ist eine Hepatitis B bereits chronisch geworden, so kann versucht werden, die Erkrankung mit Medikamenten (z. B. Interferonen) zu behandeln. Die Nebenwirkungen der Therapie können hierbei jedoch sehr heftig ausfallen: Fieber, Müdigkeit, Gelenkschmerzen oder gar psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, können die Folge sein. Zudem schlagen die Medikamente nicht bei jedem Betroffenen an. Wird bereits im Frühstadium behandelt, kann der Verlauf einer chronisch gewordenen Hepatitis B aber oftmals zumindest abgemildert und das Risiko von Spätfolgen gesenkt werden.

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HEPATITIS C ist eine Entzündung der Leber, die meist chronisch verläuft. Sie wird durch HC-Viren verursacht.


MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: keine; selten heller Stuhlgang, dunkler Urin, Gelbsucht, Müdigkeit


ANSTECKUNGSWEGE: Meist über das gemeinsame Benutzen von gebrauchten Spritzen/Röhrchen (bei Menschen, die Drogen spritzen oder schnupfen); selten bei Sex mit Kondom (über blutende Verletzungen beim Analverkehr, über Regelblut).


MÖGLICHE FOLGEN: bei chronischem Verlauf nach Jahren Leberzirrhose, selten auch Leberkrebs; Beides kann zu lebensbedrohlichem Leberversagen führen.


BEHANDLUNG: Eine chronische Hepatitis Ckann man seit 2014 mit nebenwirkungsarmen Medikamenten fast immer ausheilen. Nur selten heilt eine chronische Hepatitis C von selbst aus.

SCHUTZ: Verwenden von unbenutzten, sterilen Spritzen, Nadeln, Röhrchen; Sex mit Kondom. Eine Impfung gegen Hepatitis C gibt es nicht.

 

Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die auf der ganzen Welt verbreitet ist. Schätzungen zufolge leben in Österreich 100 000 bis 150 0000 Betroffene, die unter einer chronischen Hepatitis C leiden, in Deutschland sind es in etwa eine halbe Million Erkrankte. Nach einer Ansteckung bleibt die akute Hepatitis C meist unbemerkt, da deren Symptome, welche zwei Wochen bis sechs Monate nach der Infektion auftreten, denen einer leichten Grippe ähneln. Viele Betroffene wissen deshalb oft über Jahre lang selbst nichts von ihrer Erkrankung.
Im Gegensatz zur Hepatitis B nimmt Hepatitis C häufig einen chronischen Verlauf, nämlich in 50 bis 80 Prozent aller Fälle, was gefährlich ist, da eine permanente Entzündung der Leber zu einer Leberzirrhose oder gar zu einem Leberkrebs führen kann. Auch bei einer chronisch gewordenen Hepatitis C sind die körperlichen Beschwerden sehr allgemeiner Natur, wie z. B. Müdigkeit und ein Gefühl allgemeiner Schwäche oder Leistungsabfall. Daher wird die Hepatitis C vielfach erst sehr spät erkannt. Nur regelmäßige Testungen schaffen hier Sicherheit. Je früher die Hepatitis C erkannt wird, desto besser kann sie behandelt und geheilt werden. Wird die Hepatitis C in den ersten drei bis vier Monaten nach der Infektion erkannt, kann ein chronischer Verlauf verhindert werden.

Die Viren von Hepatitis C befinden sich hauptsächlich im Blut. Demnach ist das Risiko dann besonders hoch, wenn infektiöses Blut  auf verletzte Haut, auf eine Schleimhaut (z. B. Regelblut beim Genital- oder Oralverkehr, Blut bei Verletzungen des Afters oder der Darmschleimhaut beim Analverkehr) oder direkt in die Blutbahn gerät (z. B. beim Needle-Sharing). Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, sind Drogensüchtige, welche gebrauchte Spritzen benutzen.  Aber auch Tattoo- und Piercingstudios, die ihre Instrumente nicht ordnungsgemäß desinfizieren, gefährden ihre Kunden.  In seltenen Fällen kann eine Schwangere während der Schwangerschaft oder der Geburt die Infektion auf das Kind übertragen. Über Bluttransfusionen und Blutprodukte kommt es heute kaum noch zu Infektionen, weil die Testverfahren so zuverlässig und sicher sind, dass in den meisten Fällen ein Spender, welcher Hepatitis-C-Träger ist, rechtzeitig von der Blutspende ausgeschlossen werden kann. Das Risiko einer Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist sehr gering und besteht hauptsächlich bei besonders risikoreichen Sexualpraktiken (wie etwa ungeschütztem Analverkehr).
Der beste Schutz vor einer Infektion mit Hepatitis C ist Safer-Sex, also Sex mit Kondom. Eine Impfung gibt es bis heute nicht. Junkies sollten ihr Spritzbesteck keinesfalls mit anderen teilen.  Je früher eine akute Infektion erkannt und behandelt wird, desto eher lässt sich ein chronischer Verlauf verhindern. Bei bereits chronischem Verlauf kann der behandelnde Arzt Interferon oder Ribavirin verordnen. Die Nebenwirkungen der Therapie können hierbei jedoch sehr heftig ausfallen: Fieber, Müdigkeit, Haarausfall, Fehlfunktionen der Schilddrüsen oder gar psychische Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Aggressionen und Angstzustände, können die Folge sein. Zudem schlagen die Medikamente nicht bei jedem Betroffenen an, die Heilungsraten liegen aber bei konsequenter Behandlung je nach Genotyp des Virus, Viruslast, Dauer der Erkrankung und Schädigungsgrad der Leber bei 50-80%.

In den letzten Jahren stehen neue, sehr teure Therapiemöglichkeiten zur Verfügung, mit denen sich die Hepatitis C meist erfolgreich behandeln lässt. Die Medikamente haben den Vorteil, dass es nur selten zu Nebenwirkungen kommt und dass die Therapiedauer nun deutlich kürzer ist. Die neuen Behandlungsmöglichkeiten sind hochwirksam (95% Behandlungserfolge), die Therapiedauer beträgt etwa 12 Monate, sie ist gut verträglich und eignet sich auch für Drogenkonsumenten und Substituierte.

Wird eine chronische Hepatitis C festgestellt, so sollte unbedingt mittels ultraschallbasierter Elastographie die Leber untersucht werden, um den Grad der Lebersteifigkeit (Fibrose) festzustellen. Diese Untersuchung ist schnell und schmerzfrei.

Hinweis für Substitutionspatienten: Manche Medikamente können den Abbau anderer Medikamente und Drogen beschleunigen oder verlangsamen. Dies kann dann zu Überdosierungen oder Entzugserscheinungen führen und betrifft auch Medikamente, welche zur Substitution eingesetzt werden. Bitte lassen Sie sich unbedingt von Ihrem behandelnden Arzt beraten, ob die Substitution neu angepasst werden muss. In Österreich haben Drogenkonsumenten keine Hürden beim Zugang zur Behandlung der Hepatitis C.

Wichtig: Auch nach der ausgeheilten Infektion kann man sich wieder mit Hepatitis C infizieren.

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• Testung auf HIV, Syphilis, Hepatitis und Hepatitis-Impfung: Mo, Do von 17 bis 19 Uhr
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Hepatitis C ist etwa zehnmal infektiöser als HIV, weshalb es in sehr seltenen Fällen (genaue Zahlenangaben liegen nicht vor) schon über kleine, blutende Wunden, in die fremdes infektiöses Blut gelangt ist, zu Ansteckungen gekommen ist. Wie gesagt: Dies passiert nur sehr selten. 

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Der Befund allein sagt (je nach Testverfahren) lediglich aus, dass der betroffene Mensch mit einer Hepatitis B in Berührung gekommen ist. D.h. der betroffene Mensch ist
1. entweder gegen Hepatitis B geimpft
2. oder hatte eine Hepatitis B, die – wie bei den meisten erwachsenen Menschen – von selbst ausgeheilt ist
3. hat eine chronische Hepatitis B.
Auf jeden Fall müssen hier zusätzliche Testverfahren gemacht werden, um einen chronischen Verlauf zu erkennen und die optimale Behandlung einzuleiten.

Definition der chronischen Hepatitis B
(Richtlinien der American Association for the Study of Liver Disease, 2003)
HBs-Ag länger als 6 Monate positiv
HBV-DNA im Serum über 100000 Kopien pro Milliliter Serum1
Dauerhafte oder zeitweise erhöhte Leberenzyme (ALT/AST)
Zeichen der chronischen Hepatitis in der Lebergewebsprobe
(dieser Befund ist optional, er muss nicht erhoben werden)

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Ja, denn Hepatitis B ist im Vergleich zu HIV hoch infektiös. Auch nicht erkennbare Blutmengen führen bereits zu einer Infektion, wenn sie über kleine Verletzungen der Haut oder Schleimhaut in den Körper gelangen. 

 

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